Untersuchungen im 2. Trimenon

Organultraschall

Der Organultraschall findet üblicherweise zwischen der 19+0 bis 22+0 SSW statt.

Beurteilt werden Aussehen und Funktion aller sichtbaren Organe des Ungeborenen und weitere Faktoren wie Wachstum, Fruchtwassermenge, Blutfluss in der Nabelschnur, Lage und Aussehen des Mutterkuchens (Plazenta) sowie dessen Durchblutung. Die 3D/4D-Darstellung kann in bestimmten Fällen ergänzende Informationen liefern.

Auch eine sorgfältige Ultraschalldiagnostik kann nicht alle körperlichen und/ oder geistigen Erkrankungen ausschließen. Ein unauffälliger Ultraschallbefund schließt auch eine Chromosomenerkrankung des Kindes nicht sicher aus.

Dicke oder narbige Bauchdecken der Mutter oder auch eine ungünstige Lage des Feten können die Qualität der Ultraschalldiagnostik deutlich einschränken.

Ziel einer Organdiagnostik ist bei auffälliger Befunderhebung die Möglichkeit einer problemorientierten Weiterbetreuung im Laufe der Schwangerschaft, so dass ein optimaler Start ins Leben geplant werden kann.

Echokardiographie (spezieller Herzultraschall)

Die Häufigkeit von Herzfehlern beim Neugeborenen beträgt etwa 1%.

Schwerwiegende komplexe Herzfehler sind oft schon ab der 14. SSW erfassbar – optimaler Zeitpunkt zur Diagnostik von Herzfehlern ist die 20.- 22. SSW in Rahmen der Feindiagnostik (Organultraschall). Beurteilt werden die Lage des Herzens, die Herzkammern, die Herzklappen, die entspringenden Gefäße und der Herzrhythmus. Herzfehler gehören zu den häufigsten fetalen Fehlbildungen. Daher ist es für ein Ungeborenes mit Herzfehler besonders wichtig, dass die richtige Diagnose bereits vor der Geburt gestellt wird. Viele Herzfehler sind operativ korrigierbar. Die Kinder haben bei frühzeitiger pränataler Diagnose und Entbindung/Therapie im Perinatalzentrum eine gute Prognose im Hinblick auf Überleben und Lebensqualität.

Viele Herzfehler treten in Verbindung mit Chromosomenstörungen oder genetischen Syndromen auf. Wird pränatal ein Herzfehler festgestellt, bieten wir eine diagnostische Punktion zur weiterführenden genetischen Untersuchung an.

3. Trimenon

Die Untersuchung im letzten Drittel der Schwangerschaft (üblicherweise ab der 28.- 30. SSW) dient vor allem der Kontrolle des kindlichen Wachstums und der Versorgung des Kindes.

Blutflussmessungen (Doppleruntersuchungen) an den mütterlichen und kindlichen Gefäßen erlauben eine aussagekräftige Zustandsdiagnostik zum Ausschluss einer mütterlichen oder fetalen Gefährdung.

Selten entwickeln sich Auffälligkeiten an den kindlichen Organen erst spät in der Schwangerschaft (Herz, Gehirn, Nieren) – daher ist die nochmalige Beurteilung der Organsysteme auch im 3. Trimenon wichtig. Um einen bestmöglichen Start ins Leben zu gewähren ist bei Kenntnis von Auffälligkeiten die Entbindung  in einem Perinatalzentrum Level  I von großer Wichtigkeit.