Gebärmutterhalskrebs (Zervix-Karzinom)

Auslöser

Nach heutigem Wissensstand müssen verschiedene Faktoren zusammenwirken, um den Gebärmutterhalskrebs auszulösen. So steigt das Risiko einer Erkrankung bei frühzeitigem vermehrten Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern sowie durch den starken Konsum von Zigaretten. Auch bestimmte Viren, wie die Papillomviren (HPV) konnten in den letzten Jahre als Mitverursacher identifiziert werden.

Untersuchung

Die Vorstufen eines Zervix-Karzinoms können bereits durch einen Abstrich ermittelt werden, der ab dem 20. Lebensjahr einmal im Jahr in unserer Praxis durchgeführt werden sollte. Der Abstrich wird auf Krebszellen untersucht, wodurch der Krebs sehr frühzeitig festgestellt werden kann. Zellveränderungen bedeuten allerdings nicht zwangsläufig das Vorliegen einer Krebsvorstufe.
Ablauf
Bei der Untersuchung wird ein Watteträger, dem sogenannten Szalay-Spatel, in die Scheide eingeführt, um aus der Region des Gebärmutterhalses Schleim für die weitere Analyse auf Krebszellen zu entnehmen. Der sogenannte Abstrich ist in der Regel nahezu schmerzlos.
  • HPV-Test
Durch die aktuellen Erkenntnisse über die Papilloma-Viren wird der Abstrich zudem einem HPV-DNA-Test unterzogen. Im Labor unseres Kooperationspartners, das genetikum, wird der Abstrich auf DNA-Stränge des HP-Virus untersucht. Hier muss allerdings beachtet werden, dass ein positiver Befund nicht zwangsläufig eine Krebserkrankung bedeutet, da ein gesundes Immunsystem die Viren bekämpfen und zerstören kann. Liegt allerdings ein positiver HPV-Befund in Kombination mit Zellveränderungen des Gebärmutterhalses vor, dann ist das Risiko, dass die Zellveränderungen durch eine Krebsvorstufe verursacht sind, erhöht. Die Entscheidung über das weitere Vorgehen bei Zellveränderungen, zum Beispiel eine Operation, wird dadurch maßgeblich durch das Ergebnis des HPV-Tests beeinflusst. Der HPV-Test wird in unserer Praxis als Individuelle Gesundheitsleistung (IGEL) angeboten.
  • Kolposkopie
Eine weitere Methode ist die Kolposkopie, die wir häufig in Verbindung mit einem Abstrich durchführen. Dabei wird die Portio oder Vulva mit einer Vergrößerungsoptik, dem Kolposkop, betrachtet und auf Anzeichen nach Krebs untersucht. Generell kann jede erreichbare Oberfläche mit dem Kolposkop untersucht werden und leistet damit einen wichtigen Dienst für die Früherkennung.
  • Dünnschichtzytologie
Eine Innovation in der Früherkennung des Gebärmutterhalskrebses stellt auch die "Dünnschichtzytologie" dar, eine neue Technologie in der Abstrich-Entnahme sowie in der Aufbereitung des Abstrichmaterials. Dieses neue Verfahren soll eine noch bessere und zuverlässigere Erkennung von auffälligen Zellveränderungen im Gebärmutterhalsbereich ermöglichen. Dieser Test wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen, kann aber als individuelle Gesundheitsleistung (IGEL) in unserer Praxis durchgeführt werden.