Gesetzlich vorgeschriebene Krebsvorsorge

Gesetzlich Krankenversicherte haben, gemäß den Richtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen über die Früherkennung von Krebserkrankungen, Anspruch auf folgende Vorsorgeleistungen:
  • vom Beginn des 20. Lebensjahres an neben der gezielten Anamnese die Spiegeleinstellung des Muttermundes, die Entnahme eines Abstriches von der Muttermunds-Oberfläche und aus dem Gebärmutterhalskanal, sowie die gynäkologische Tastuntersuchung.
  • Zusätzlich vom Beginn des 30. Lebensjahres an das Abtasten der Brustdrüsen und der regionären Lymphknoten sowie die Anleitung zur regelmäßigen Selbstuntersuchung.
  • Vom Beginn des 50. Lebensjahres an erfolgt zusätzlich die Tastuntersuchung des Mastdarmes sowie ein Schnelltest auf Spuren von Blut im Stuhl. Seit Oktober 2002 haben Frauen ab dem 56. Lebensjahr auch Anspruch auf 2 Vorsorge-Koloskopien (Darmspiegelung) im Abstand von mindestens 10 Jahren. Patienten, die die Darmspiegelung nicht durchführen lassen wollen, können den Stuhltest jedoch dann nur noch alle 2 Jahre in Anspruch nehmen.
Zur Krebsvorsorgeuntersuchung gehören weiterhin die Messung des Blutdrucks und die Inspektion der Haut hinsichtlich Wachstum, Verfärbung oder Blutung eines Pigmentfleckes oder Knotens. Bei der Durchführung des Stuhltests ist darüber hinaus zu beachten, dass 3 Tage vor dem Test und während der Testtage der Genuss von rohem Fleisch und Wurstwaren vermieden werden sollte. Ebenso könnten größere Mengen von Vitamin-C-Präparaten das Untersuchungsergebnis beeinträchtigen.
Einen nicht obligaten, jedoch wichtigen Bestandteil der Vorsorgeuntersuchung stellt die Kolposkopie (Lupenbetrachtung der Muttermundsoberfläche) dar. Sie ermöglicht die genauere Lokalisation und Beurteilung von verdächtigen Oberflächenbefunden des Muttermunds.