Hormonelle Verhütungsmethoden

Es gibt zahlreiche hormonelle Verhütungsmethoden, die unterschiedlich gut für eine Frau geeignet sein können. Gerade die Pille bietet eine breite Palette an Angeboten mit unterschiedlichen Dosierungen und Nebenwirkungen. Neben der Pille gibt es aber auch weitere hormonelle Verhütungsmethoden, die manchmal weniger bekannt sind, wie das Hormonpflaster oder der Hormonring. Hier wollen wir Ihnen einige hormonelle Verhütungsmethoden vorstellen, die einen unterschiedlichen Grad an Sicherheit bieten und sehr verschieden in ihrer Anwendung sind. Sollten Sie an weiteren Verhütungsmethoden interessiert sein und/oder wünschen Sie eine ausführliche Beratung, wenden Sie sich an uns, wir helfen Ihnen gerne weiter.

Die Pille

Bei dieser Verhütungsmethode werden die Hormone Gestagen und Östrogen verabreicht, um den Eisprung zu unterdrücken. Außerdem wird die Verflüssigung des Schleims vor dem Gebärmutterhals verhindert, damit der Samen nur schwer in die Gebärmutter eindringen kann.
Die Pille ist nicht frei verfügbar, sondern muss in unserer Praxis verschrieben werden.

Sicherheit

Der Pearl-Index beträgt 0,1, er ist also sehr gut.

Vorteile

Der Schutz vor einer Schwangerschaft ist sehr gut, bei regelmäßiger Einnahme wirkt sie bis zu 100%. Außerdem können Menstruationsschmerzen gelindert werden. Hautprobleme werden in einigen Fällen verbessert.

Nachteile

Manche Frauen leiden unter hormonbedingten Nebenwirkungen, wie Gewichtzunahme, Brustspannen oder Kopfschmerzen. Wenn Sie an einem erhöhten Thromboserisiko leiden, sollten Sie die Pille nicht nehmen. Auch für Raucherinnen über 35 ist die Pille nicht geeignet.

Anwendung

Die Pille muss 21 Tage lang täglich eingenommen werden, dann folgt eine 7tägige Pause, in der die Periode eintritt. Sollten Sie die Pille einmal vergessen, können Sie sie bis zu 12h danach noch ohne großes Sicherheitsrisiko einnehmen.

Häufig gestellte Fragen zur Pille >>

Die Minipille

Hier wird nur ein Gestagen verabreicht, das die Verflüssigung des Schleims vor dem Gebärmutterhals verhindert. Der Eisprung wird nicht unterdrückt. Wie die Kombinationspille muss die Minipille bei uns in der Praxis verschrieben werden.

Sicherheit

Der Pearl-Index liegt bei 3, das heißt er ist schlechter als bei der Kombinationspille aber immer noch gut.

Vorteile

Die Minipille ist geeignet für stillende Mütter und Raucherinnen, außerdem für Frauen, die unter den Nebenwirkungen der Kombinationspille leiden.

Nachteile

Der Schutz ist niedriger als bei der Kombinationspille, zudem ist die Anwendung sehr umständlich, weil sie jeden Tag exakt zur selben Uhrzeit eingenommen werden muss.
Anwendung: Sie wird durchgängig ohne Unterbrechung wie bei der Kombinationspille eingenommen. Die Einnahmezeit darf nicht mehr als drei Stunden überschritten werden.

Die "Pille danach"

Die „Pille danach“ ist ein Mittel der Notfallverhütung, die erst nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden kann. Sie enthält u.a. ein hoch dosiertes Gestagen, das verhindert, dass sich das Ei in die Gebärmutter einnistet. Eine bestehende Schwangerschaft wird dadurch nicht gefährdet. Die „Pille danach“ eignet sich durch ihre hohe Dosierung nicht als permanentes Verhütungsmittel, sondern wirklich nur in Notsituationen.

Anwendung

Sie sollte möglichst schnell nach dem Sex eingenommen werden, spätestens aber 72 Stunden danach. Je früher sie eingenommen wurde, desto wahrscheinlicher kann eine Schwangerschaft vermieden werden.

Wir beraten Sie gerne

Es gibt zahlreiche Pillenpräparate, die sich in ihrer Zusammensetzung und Dosierung der Hormone voneinander unterscheiden. Deshalb sollten Sie sich von uns beraten lassen, welches Präparat am Besten für Sie ist. Dabei kann die Wahl sowohl von Ihren Bedürfnissen als auch Ihrer Lebenssituation abhängig sein, außerdem muss in manchen Fällen die Pille gewechselt werden, wenn die erhoffen Effekte nicht eintreten bzw. negative Nebenwirkungen auftreten.

Das Hormonpflaster

Mit dem Hormonpflaster werden dieselben Hormone verabreicht wie bei der Kombinationspille. Es wird der Eisprung unterdrückt und Verflüssigung des Schleimpfropf im Gebärmutterhals verhindert, sodass der Samen nur schwer eindringen kann.

Sicherheit

Der Pearl-Index liegt wie bei der Pille bei 0,1, das heißt er ist sehr gut.

Vorteile

Da das Pflaster nur einmal pro Woche erneuert werden muss ist die Gefahr von Anwendungsfehlern geringer. Außerdem bleibt die Verhütung auch bei Durchfall oder Erbrechen wirksam, da die Hormone nicht über das Verdauungssystem aufgenommen werden. Aufgrund der Anwendung über die Haut können die Hormone niedriger dosiert werden und die Belastung der Leber ist geringer.

Nachteile

Zusätzlich zu den Nebenwirkungen der Pille (Gewichtzunahme, Brustspannen, Kopfschmerzen) kann es zu Regelschmerzen und Hautirritationen kommen. Zudem ist möglicherweise das Thromboserisiko (Link Lexikon) höher als bei der Pille.

Anwendung

Das Hormonpflaster wird dreimal nacheinander für sieben Tage aufgeklebt und anschließend für eine Woche pausiert, in welcher es zur Regelblutung kommt. Es sollte nicht an die Brust oder die Innenseite der Arme und Beine geklebt werden. Außerdem sollte es jedes Mal an eine andere Stelle geklebt werden, um so das Risiko von Hautirritationen zu mindern.

Das Hormonimplantat

Das Hormonimplantat (ein ca. 4cm langes und 2mm dickes Kunststoffstäbchen) wird von uns unter die Haut eingesetzt, von wo es regelmäßig eine gewisse Menge an Gestagenen an den Körper freigibt. Auf diese Weise wird der Eisprung gehemmt, der Schleimpfropfen im Gebärmutterhals verdickt sich, so dass der Samen nicht mehr eindringen kann, und die Gebärmutterschleimhaut wird nur ungenügend ausgebildet.

Sicherheit

Der Pearl-Index des Hormonimplantats liegt zwischen 0 und 0,07, d.h. er ist sehr gut bis perfekt.

Vorteile

Diese Methode hält für einen langen Zeitraum, lindert Menstruationsbeschwerden und ist auch für Raucherinnen geeignet. Außerdem gilt es als sicherste Verhütungsmethode.

Nachteile

Das Hormonimplantat kann zu Nebenwirkungen führen, so zu unregelmäßigen Blutungen, einem Ausbleiben der Monatsblutung, Gewichtzunahme, Brustspannen, Kopfschmerzen und Hautprobleme.

Anwendung

Wir werden das Stäbchen mit Hilfe eines speziellen Applikators an der Innenseite des Oberarmes ins Unterhautfettgewebe implantieren, von wo aus es das Hormon freisetzt. Es sollte zwischen dem 1. Und 5.Tag der Periode eingesetzt werden, zuvor werden wir allerdings noch eine gynäkologische Untersuchung durchführen, um eine Schwangerschaft oder medizinische Gründe gegen das Implantat auszuschließen. Der Vorgang selbst ist schnell vorbei und ähnelt dem Blutabnehmen, wobei wir meistens auch eine lokale Betäubung durchführen. Das Implantat ist nicht mehr sicht-, aber fühlbar und hält im Normalfall für drei Jahre. Danach müssen Sie das Implantat wieder in unserer Praxis entfernen lassen, ein recht schneller und unter lokaler Betäubung auch schmerzloser Vorgang.



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